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HR Tec Night Blogparade 2020

By 4. Mai 2020 Juni 22nd, 2020 No Comments
Blogparade2020

The sky is the limit?

“UFOS!” das erste Wort eines Anrufs mitten in der Nacht. Ich war wach und mein Freund Jens, auf der anderen Seite der Leitung, war aufgeregt. Er berichtete von einem Lichtband, dass in einer geraden Linie über den Nachthimmel zog. „Wie mit dem Lineal gezogen.“
Auch um 4 Uhr morgens hatte er meine Aufmerksamkeit und da sind wir genau beim Thema – Aufmerksamkeit, das ist es, worum es bei Stellenanzeigen geht. Egal ob sich die Stellenausschreibung im Gewusel des Anzeigenteils einer Tageszeitung gegen die Konkurrenz durchsetzen muss oder, ob sie sich auf Webportalen in die vorderste Platzierung drängen muss, Aufmerksamkeit ist der Schlüssel und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Aus diesem Grund lässt sich die Geschichte der Stellenanzeige oder der Anzeige an sich, lesen wie die Geschichte der großen Gesten oder einfach des „Think Big.“

Beste Platzierung und Größe waren ausschlaggebend. Angefangen vom kleinen Aufruf am Laternenpfahl, über das Poster an der Litfaßsäule, bis zur Hauswand, die Anzeige wuchs und wuchs, bis – ja, bis sie den Himmel erreichte.

In den frühen Dreißigerjahren schrieb Sid Pike Imageanzeigen für Pepsi Cola – in den Himmel. Er und seine Kollegen machten sich die Beobachtung zu Nutze, dass abgeschossene Flugzeuge eine Spur aus Rauch in den Himmel zeichneten. Die Idee, den Himmel als Anzeigetafel zu nutzen, war geboren. Pepsi ließ den Firmennamen 1940 allein 2225 mal am Himmel erstrahlen.
Blogparade

Dann schauten die Menschen plötzlich nicht mehr nach oben, denn das Automobil begann seinen Siegeszug, alle hatten die Augen auf der Straße und ein Dach über ihrem Kopf, egal wohin sie unterwegs waren.

Heute, in Zeiten der COVID 19-Pandemie, haben wir wieder Zeit in den Himmel zu sehen.

Das bringt mich zurück zu Jens und den Ufos. Auf der Suche nach einer rationalen Erklärung, stießen wir schnell auf weitere Sichtungen der Linie aus Licht am Nachthimmel – Instagram ist voll mit Fotos davon.

Bald war auch klar, dass nicht die grünen Männchen verantwortlich waren, sondern Elon Musk, Gründer von Tesla, aber auch von SpaceX. SpaceX ist eine Firma, die strukturschwache Regionen mittels Satelliten mit einem guten Internetzugang versorgen will. Das, was Jens da am Himmel sah, war „Starlink“, eine Gruppe von Satelliten, die irgendwann die Welt mit dem Internet verbinden sollen und derzeit in gerader Linie über den Himmel ziehen.

Jens dachte sich: „Einfach so Satelliten in den Himmel schießen, die Linien ziehen, darf man das?“ Ich dachte: „Einfach so Linien in den Himmel ziehen, die eine Stellenanzeige ergeben, darf man das?“

Auf unser beider Fragen, gibt Professor  Stephan Hobe, Leiter des Kölner Instituts für Luft- und Weltraumrecht, im Podcast „Lage der Nation“ eine Antwort: „ Im Artikel 6 des Weltraumvertrages heißt es: Tätigkeiten nichtstaatlicher Rechtsträger im Weltraum, einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper, bedürfen der Genehmigung und ständigen Aufsicht durch den zuständigen Vertragsstaat. […] Ob und wie weit da […] geschmackliche Nuancen eine Rolle spielen können – ich sehe im geltenden Weltraumrecht bisher da keine Möglichkeit entsprechende Einschränkungen zu machen.“
Einfacher ausgedrückt: Ja, wenn die Regierung einverstanden ist.
Die Zukunft der Stellenanzeige kann also ein blinkendes „SpaceX is hiring“ am Nachthimmel sein.

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